27. September - Il Giratempo - Solitude-Soirée

Solitude Soirée

Solitude-Soirée

Eine Konzertreihe der Evangelischen Kirchengemeinde Botnang
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Interpretinnen und Interpreten 2020



Hier finden Sie unsere diesjährigen Interpretinnen und Interpreten, sortiert nach Terminen.



Laila Salome Fischer, Magnus Mehl, Robert Smith, Vanessa Heinisch, Manuel Dahme

Il Giratempo
Venetian Prayers –17th Century JazzIm Venedig des frühen 17.Jahrhunderts trafen tiefe Frömmigkeit und katholischer Ritus auf freischweifende Lebensfreude und den zynischen Agnostizismus intellektueller Freidenker. Diese Vielfalt gesellschaftlichen Lebens beflügelte eine einzigartige Musikwelt. Kunstkenner aus ganz Europa reisten in die Lagunenstadt, um der Musik bahnbrechender Komponisten wie Claudio Monteverdi zu lauschen.

Monteverdi war nicht nur erster Kapellmeister von St. Marco, sondern auch einer der berühmtesten Opernkomponisten seiner Zeit. So veränderten die stilistischen Errungenschaften der Oper auch die Kirchenmusik. Neben der prachtvollen Mehrchörigkeit, für die Kirchen wie San Marco berühmt waren, gewann der neue, expressive Stil der Monodie immer mehr an Bedeutung. Instrumentalmusik erklang im Wechsel mit Chorwerken in der Messe. Anfang des 17. Jahrhunderts spielte während der Elevation der Hostie an hohen Feiertagen wie Ostern und Weihnachten an San Marco eine einzelne Violine. Dieser Geist von Freiheit und Expressivität, der die frühe italienische Musik prägt, macht den Dialog mit moderner Jazzmusik so fruchtbar.

Der Jazzsaxophonist Magnus Mehl greift die Charaktere und Farben der alten Stücke auf und übersetzt sie in seine ganz eigene Klangsprache. Gemeinsam mit der Mezzosopranistin Laila Salome Fischer erschließt er so neue Klangwelten, getragen von einer frühbarocken Bassgruppe aus Viola da Gamba, Cembalo und Theorbe. Werke von Claudio Monteverdi, Barbara Strozzi, Tarquinio Merula, Francesca Caccini u.a.

Weitere Informationen unter: www.giratempo.de



Magnus Mehl studierte Jazzsaxophon in Amsterdam, Köln, Nürnberg und Stuttgart sowie in New  York City.  
Er gewann mit verschiedenen Ensembles 1.Preise bei renommierten internationalen Jazzwettbewerben in Spanien und Italien (Getxo Jazzcontest, Jimmy Woode Award), sowie einen 2.Preis beim Hoilaart Jazzcontest in Belgien. Magnus Mehl war Finalist der int.Yamaha Saxophone Competition und wurde beim Jimmy Woode Award als bester Saxophonist des Wettbewerbs ausgezeichnet.

Konzertreisen führten ihn nach Asien, Mittelamerika und in viele europäische Länder. Der Saxophonist spielte u.a. mit: Paquito de Riviera, Randy Brecker, Buster Cooper, Antonio Hart, Sandy Patton, Mark Soskin, Jake Saslow, Nils Wogram, der Schauspielerin Katja Riemann und Frank Chastenier.

Er ist Träger des Kulturförderpreises seiner Heimatstadt Rottweil und Stipendiat der Kunststiftung des Landes Baden-Württemberg. 2015 wurde Magnus Mehl mit dem "Jazzpreis des Landes Baden-Württemberg" ausgezeichnet.



Laila Salome Fischer wurde bereits mit elf Jahren als Gesangsstudentin am Julius-Stern-Institut der Universität der Künste in Berlin aufgenommen. Von 1996 bis 2001 stand sie mit dem Kinderstudio der Komischen Oper Berlin auf der Bühne. Sie studierte von 2006 bis 2012 an der UdK Berlin bei Julie Kaufmann. Im Jahr 2010 debütierte Laila Salome Fischer bei den Musikfestspielen Potsdam als Erissena in „Montezuma“ von Carl-Heinrich Graun und war 2011 erstmals bei der Festa di San Francesco in Assisi zu erleben; dort sang sie in der Uraufführung der Oper „Il cigno nero e la fanciulla sulla falce lunare“ die weibliche Titelpartie. In Berlin sang sie 2012 die Hauptrolle in Cavallis Oper „La Calisto“ es folgten  Konzertauftritte mit der Staatskapelle Berlin und bei den Händel-Festspielen Göttingen. Ihr Debut bei den Bregenzer Festspielen gab sie 2013 in Mozarts „Zauberflöte“.
Konzertreisen führten die junge Sopranistin bis nach Südamerika, wo sie von der Bachgesellschaft Paraguay eingeladen wurde, einen Meisterkurs zu geben. Seit der Spielzeit 2014/15 ist Laila Salome Fischer regelmäßiger Gast am Staatstheater Cottbus, wo sie Partien wie die Königin der Nacht, Händels Alcina und die Konstanze in „Die Entführung aus dem Serail“ übernimmt.  Im Sommer 2016 gab sie ihr Debut als Contessa d’Almaviva in Mozarts „Le nozze di Figaro“ bei der Summer Opera Tel Aviv.  

Aufgrund ihres großen Stimmumfangs gehören Partien wie die Olympia/Antonia/ Giulietta in „Hoffmanns Erzählungen“ (Debut 2017 am Landestheater Neustrelitz) und zukünftig Ernesto in Haydns „Il mondo della Luna“zu ihrem Repertoire.

Im kommenden Jahr wird sie u.a. unter Jordi Savall in Paris, Barcelona und Wien, bei den Händelfestspielen Halle und beim Bachfest Leipzig auftreten. Ab der Spielzeit 2019/2020 ist sie überdies Ensemblemitglied der Staatsoperette Dresden, wo sie u.a. die Partie des Hänsel singen wird.

Laila Salome Fischer ist Stipendiatin des Deutschen Musikwettbewerbs in der Kategorie Alte Musik.



Robert Smith (Viola da Gamba, Violoncello) stammt aus Yorkshire, Nordengland. 2012 gewann er den internationalen Bach-Abel-Wettbewerb für Viola da Gamba in Köthen: Das war der Auftakt für ein vielfältiges Konzertschaffen als Solist und Generalbassspieler in namhaften europäischen Ensembles und Orchestern. Robert ist festes Mitglied des Amsterdam Baroque Orchesters. Die CD-Einspielungen mit seinem Ensemble Fantasticus fanden viel Beachtung bei Publikum und Kritik. In der Musik wie auch im Leben bewegt sich Robert gerne abseits ausgetretener Pfade. Seine CDs enthalten oft Ersteinspielungen, so z.B. Musik für Lyra-Viol (“Tickle the Minikin”) und die virtuosen Duette von Jenkins zusammen mit seinem ehemaligen Lehrer Paolo Pandolfo (“The Excellency of Hand”).

Sein besonderes Interesse gilt der genreübergreifenden Arbeit mit einer Vielzahl von Musikstilen und Kunstformen. So begleitete er den spektakulären Auftritt einer Akrobatengruppe im Rahmen einer historischen Zirkusaufführung u.a. mit Musik von Metallica. Als Solist war Robert u.a.in Liveübertragungen von BBC Radio 3 und Deutschlandfunk Kultur und mit dem Royal Concertgebouw Orchestra zu hören. 2017 veröffentlichte er eine der ersten Einspielungen der neu entdeckten Fantasien für Viola da Gamba solo von Georg Philipp Telemann, der der “Observer” in einer Rezension “außergewöhnliche spielerische Qualität” bescheinigt.

Robert spielt eine Viola da Gamba von Pierre Bohr (Mailand). Sein Barockcello von Guust Francois ist eine Leihgabe des Nationaal Muziekinstrumentenfonds der Niederlande. Er studierte Viola da Gamba bei Mieneke van der Velden (Amsterdam) und Paolo Pandolfo (Basel) und Barockcello bei Wouter Möller, Jaap ter Linden und Viola de Hoog.



Vanessa Heinisch begann ihre Karriere als Gitarristin. Während ihres Studiums bei Prof. Olaf Van Gonnissen an der Musikhochschule Frankfurt a.M. entdeckte sie ihre Passion für die Schönheit und Eleganz der Lauteninstrumente.
Nachdem sie ihr Gitarrenstudium mit Auszeichnung abgeschlossen hatte, ging sie nach Köln, um ihrer neu entdeckten Leidenschaft zu folgen. Sie studierte Laute und Continuospiel bei Konrad Junghänel und legte in diesen Fächern 2009 ihr Konzertexamen ab.

Seitdem konzertiert sie mit Renaissance- und Barocklauten, Theorbe und Barockgitarre und genießt die Vielseitigkeit ihres Repertoires als Ensemblemusikerin und Solistin. Als Generalbassspielerin arbeitete sie in Konzerten und Cd-Produktionen mit Solisten wie Regula Mühlemann, Anna Prohaska, Julian Pregardien, Enrico Onofri, Hille Perl, Maurice Steger, Dorothee Oberlinger und Jan Vogler; ebenso in Opernproduktionen wie Atys (Lully) am Theater in Kiel und Alcina (Händel) am Teatro Reál in Madrid.

Ihre Arbeit mit Kammermusikensembles erstreckt sich über hochbarockes Repertoire bis hin zur Musik der Renaissance. Crossover-Programme, z.B. mit dem türkisch-barocken Pera Ensemble oder der Weltmusikformation Evas Äpfel und die Beschäftigung mit Werken zeitgenössischer Komponisten halten Vanessas musikalisches Weltbild flexibel. 2017 gründete Vanessa das Ensemble Il Giratempo, als musikalische Traumfabrik für all die Projekte, in denen sie schon immer mal spielen wollte. 2020 sind mit „Witches, Queens & Heroines“ und „Talkin‘ about Barbara“ (Label: Perfect Noise) die ersten Cds des Ensembles erschienen.



Manuel Dahme beschäftigte sich schon früh mit der Musik. Neben dem Cembalo spielte er Trompete, Klavier, Orgel und komponierte. Ein großes Spektrum an unterschiedlicher Kammermusik und ein starkes Interesse an der Alten Musik brachte ihn schließlich zum Cembalostudium in Frankfurt, Lyon, München und Basel. Zu seinen Lehrern zählten u.a. Christine Schornsheim, Jörg-Andreas Bötticher, Jesper Christensen und Andrea Marcon. Er besuchte außerdem Meisterkurse bei Andreas Staier, Jean-Marc Aymes, Luigi Fernando Tagliavini u.a. Manuel Dahmes großes Interesse gilt dem historischen, stilistisch differenzierten Generalbassspiel. Konzerttätigkeit im In- und Ausland führte ihn in Säle wie die Berliner Philharmonie, Philharmonie Köln, Stadtcasino Basel, Konzerthaus Dortmund und den Stefaniensaal in Graz.

Er unterrichtete außerdem an der Schola Cantorum Basiliensis und an den Musikhochschulen in Stuttgart und Tübingen.

Die künstlerische und pädagogische Expertise wird ergänzt durch sein musikwissenschaftliches Interesse. Intensiv beschäftigte er sich beispielsweise mit der Generalbassschule des Stuttgarter Stiftsorganisten Philipp Jacob Böddecker. Im Januar 2018 veröffentlichte er seine kritische Ausgabe derselben zusammen mit Musik des Stuttgarter Hofmusikers Johann Albrecht Kress.




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